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Samstag, 11. Juli 2026

FCA-Profi Han-Noah Massengo blickt hinter die Kulissen: „Ein echter Freigeist“ bittet in die Galerie

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Wenn Profifußballer heute Einblicke in ihr Leben geben, geschieht das meist durch perfekt inszenierte Social-Media-Kanäle. Wie ungeschminkt, intim und künstlerisch wertvoll der Alltag in der Bundesliga stattdessen sein kann, beweist Han-Noah Massengo. Der Mittelfeldspieler des FC Augsburg eröffnete in der Augsburger „Ecke Galerie“ seine erste eigene Fotoausstellung unter dem Titel „Anyone knows how to say behind the scenes in German“. Das Besondere: Alle gezeigten Werke sind rein analoge Momentaufnahmen aus dem innersten Zirkel des Profisports.

Ein Ritual nach Siegen

Was als privates Hobby begann, entwickelte sich in der FCA-Kabine rasant zum Selbstläufer. „Nach unserem ersten Saisonsieg gegen Freiburg wurde es schnell zu einer Art Ritual“, verriet Massengo am Rande der Vernissage. „Sobald wir gewinnen, kommen alle zusammen und ich mache ein Foto.“ Dass die Teamkollegen anfangs skeptisch auf die Kamera reagierten, legte sich schnell. Am Ende der Saison hieß es laut Massengo nur noch: „Hey, komm, mach ein Foto von mir!“

Dabei scheut sich der Franzose nicht, auch die Schattenseiten einzufangen. Bilder nach Niederlagen gehören ebenso zur Serie, wenngleich in diesen Momenten das Teambild ausbleibt: „Ich fotografiere auch, wenn wir verlieren. Aber dann ist es eher ein einzelner, stiller Schnappschuss, wenn ich die Kamera in der Tasche habe und ein Motiv sehe.“

Konsequent analog gegen die Parallelwelt

Massengo fotografiert konsequent analog – oft mit kompakten Kameras für die Hosentasche, die er über Plattformen wie eBay Kleinanzeigen ersteht. Zwischen 50 und 80 Kameras hat er in seinem Leben schon ausprobiert. Der bewusste Verzicht auf digitale Schnelllebigkeit ist für ihn essenziell: „Ich mag den Prozess. Ich schieße die Bilder und fasse sie oft zwei, drei Monate nicht an, bevor sie ins Labor nach Paris gehen. Wenn ich sie zurückbekomme, ist es wie eine Überraschung.“ Die Fotografie helfe ihm zudem, in schwierigen sportlichen Phasen den Kopf freizubekommen.

Volles Vertrauen der Vereinsführung

Vom Verein gab es für das intime Projekt von Beginn an grüne Rückendeckung. FCA-Geschäftsführer Michael Ströll betonte, dass der Klub zu keinem Zeitpunkt Zensur ausgeübt habe: „Wir haben gar nichts reduziert. Han-Noah ist ein unglaublich sensibler Geist und sehr vertrauenswürdig. Er weiß genau, was man zeigen kann und was nicht.“

Ströll schätzt den Mittelfeldakteur explizit als Menschen, der weit über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausblickt. Schon bei den ersten Vertragsgesprächen im vergangenen Sommer überraschte Massengo die Bosse, als er nach der Unterschrift unvermittelt eine Kamera zückte, um den Moment mit seiner Familie festzuhalten. „Sowas habe ich noch nie erlebt“, schmunzelte Ströll. „Aber das verdeutlicht eben, dass er kein normaler Spieler im gewöhnlichen Sinne ist, sondern ein ganz besonderer Mensch.“

Die Erlöse der Ausstellung, die in der Ecke Galerie zu sehen ist, werden am Ende einem gemeinnützigen Zweck zugutekommen, den der Spieler selbst bestimmen darf.

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