Gastronomie: Zusätzliche Ruhetage wegen Personalmangel oder helfen Roboter?

Auf Grund des aktuellen Personalmangel bleibt der Parkgarten am Montag geschlossen.“ Das steht auf einem Schild am Kongress-Biergarten – kein Einzelfall: Viele Gastronomen führen zusätzliche Ruhetage ein oder können nicht alle Tische belegen – weil Personal fehlt. Ob, wie bereits vereinzelt versucht, Roboter helfen können?

Die Personalnot, speziell in der Gastronomie ist eine der Corona-Folgen. Denn vor allem Mitarbeiter*innen, die einen Mini-Job hatten, mussten in der Pandemie nach neuer Arbeit suchen. Jetzt, wo – zumindest gefühlt – das Covid-Ende gekommen ist, sind die Restaurants wieder auf, die Arbeitskräfte bleiben aber in vielen Fällen im neuen Job.
So auch im Parkhäusl am Zoo. Seit 15 Jahren herrschte dort die Sieben-Tage-Woche. Wegen des fehlenden Personals wurden jetzt gleich zwei Ruhetage eingeführt. „Gerade Minijobber wurden von der Regierung im Stich gelassen!“, sagt Inhaberin Maria Cierro.
Genauso geht es Roberto Ravalli. Ihm gehört das italienische Restaurant La Piazza de Roberto. Auch er musste erstmals Ruhetage einführen und kann teilweise nur die Hälfte seiner Tische belegen.

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Aber was tun gegen den Mangel an Servicekräften? Der bayerische Hotel und Gaststättenverband fordert mit Blick auf die Flughäfen gleiche Maßnahmen für andere Branchen, etwa dem Gastgewerbe. Für deutsche Airports wurde bekanntlich angekündigt, den Arbeitskräftemangel durch den Einsatz ausländischer Helfer, primär aus der Türkei, abzuschwächen. „Es kann ja nicht sein“, so Landesgeschäftsführer Thomas Geppert vom Gaststättenverband, „dass wir mit Hilfe von Sonderregelungen deutsche Urlauber ins Ausland bringen, während heimische Tourismusbetriebe Gäste ablehnen müssen.“

Auch Kreisvorsitzender Leo Dietz ist dieser Meinung. Er selbst betreibt drei Lokale in Augsburg, darunter das Peaches, das seit 30 Jahren besteht. Es hatte vor der Pandemie noch jeden Tag geöffnet, aktuell ist lediglich von Mittwoch bis Samstag Betrieb.
Laut Dietz bräuchten wir deshalb eine gezielte Zuwanderung für diesen Bereich. Denn damit alles wieder Normalität annimmt, werden auch wieder die Kapazitäten an Personal wie vor der Schließung benötigt. Mit Arbeitskräften allein sei das Problem aber noch nicht gelöst, so Dietz. „Man muss das Personal für den Job begeistern.“ Denn lustloses und vielleicht sogar merklich schlecht gelauntes Personal möchte keiner.

Personalmangel ist deutlich bemerkbar

Zwar waren im Ofenhaus am Gaswerk noch keine Einschränkungen der Öffnungszeiten nötig, trotzdem sei ein Personalmangel deutlich bemerkbar. Denn besonders für Veranstaltungen sind die Servicekräfte dort komplett ausgelastet. Viel Zeit für Weinberatungen oder Unterhaltungen mit Stammgästen bleibt nicht mehr.
Das Design Hotel Meisers in Dinkelsbühl (Mittelfranken) hat hierfür eine ganz eigene Lösung gefunden: Als erstes deutsches Gastronomie-Unternehmen werden hier zwei Roboter zur Unterstützung für das Personal eingesetzt. Die beiden von der Belegschaft Sissi und Franz genannten Roboter helfen beim Teller-Tragen und fahren gebrauchtes Geschirr zurück in die Küche. Somit werden lange Laufwege gespart und dem Personal bleibt mehr Zeit, um sich mit den Gästen zu beschäftigen.

Augsburger Gastronomen treten dieser Lösung eher skeptisch gegenüber. „Das ist zwar ein lustiges Gadget, in der Praxis aber schwer umsetzbar.“, so Dietz. Dazu komme, dass in seinen Lokalen zu viele Stufen und Absätze seien, sodass ein Roboter hier gar nicht fahren könne. Auch Ofenhaus-Betreiber Tobias Emminger sieht das so. „Gastronomie ist etwas sehr persönliches, ich denke nicht, dass das der Ort für Roboter ist.“

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