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Haben Sie eine Kopie?

Brandunglück Belege, Beweise, Rechnungen gesucht

Retten; was zu retten ist – das fordern viele Menschen in Krisensituationen von ihrem Anwalt. Wenn es um die Ehe geht ebenso wie bei einer drohenden Gefängnisstrafe oder einer Erbschaft. Retten was zu retten ist, heißt es jetzt in gewisser Weise für den Augsburger Rechtsanwalt Bernhard Hannemann, der mehrere Bewohner vertritt, die bei dem Brand in der Karolinenstraße alles verloren haben.
Hannemann verweist auf den ähnlich gelagerten Fall bei der Flut im Ahrtal: Von einem auf den anderen Moment ist alles weg. Ausweispapiere, die in der Schublade lagen. Der Mietvertrag. Das Familienbuch. Kaufverträge. Quittungen. Nachweise, deren Wichtigkeit man erst dann so recht zu schätzen weiß, wenn man sie dringend bräuchte.
Hannemann denkt daran, wie man etwa Ansprüche gegenüber der Versicherung geltend machen kann. Gut möglich, dass bestimmte Brandschäden bei Assekuranzen ersetzt werden können. Aber welche Brandschäden?
Freilich sei es für einen selbst klar, dass man noch am Vorabend auf seinem neuwertigen Laptop geschrieben habe. Wie aber den Schaden nachweisen, wenn sowohl das Gerät selbst komplett in Rauch aufgegangen ist wie die Verpackung und die Einkaufsquittung. Glaubt die Versicherung ohne Nachweis, dass es ein modernes 2000-Euro-Gerät gewesen ist und nicht nur ein 500-Euro Modell älterer Bauart?
Der dringende Rat des Anwalts an alle, die auf Nummer sicher gehen wollen vor Verlust und Schäden durch Wassermassen ebenso wie durch Blitzschlag, Feuer, Diebstahl oder Ähnliches: Belege, Beweise sichern. Den teuren Fotoapparat ebenso fotografieren wie das neue Fahrrad, Uhren, Schmuckstücke, Möbel oder Kunstgegenstände. Am besten auch Kaufbelege, Besitznachweise und ähnliches „digitalisieren“. Und dann dafür sorgen, dass nicht das Original und die Sicherung im selben Raum, in derselben Wohnung aufbewahrt werden. Besser alles, was digital ist, beispielsweise in einem zuverlässigen Cloudspeicher ablegen, anderes bei Familienangehörigen, Freunden, Bekannten deponieren.
Sie hätten an jenem Freitag zusammengesessen, die Bewohner der Wohngemeinschaft im zweiten Stock in der Karolinenstraße. Vor der offen stehenden Wohnungstüre habe der E-Scooter eines Mitbewohners gelehnt, dessen Akku dort aufgeladen wurde.
Plötzlich, so schildert der Rechtsanwalt aus einem Gespräch, habe es laut gezischt und danach einen heftigen Knall gegeben. Alle seien vor die Türe geeilt, um nachzuschauen, da habe der Rollerakku bereits gebrannt. Eilig wurde eine erste Decke über das Feuer geworfen. Vergeblich. Auch eine Zweite habe nicht geholfen.
Schnell hätte das Feuer um sich gegriffen, die Bewohner seien durchs Haus gelaufen und hätten die Mitbewohner und die Feuerwehr alarmiert – zu retten war nichts mehr …

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