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Nach zwei tödlichen Unfällen mehr Warnzeichen & Tempolimit

Gefahrenquelle Baustellen auf Bundesstraße 17

Waren es einfach nur zwei recht ähnliche, zufällige Unfälle am Ende eines Staus – oder steckt mehr hinter zwei tödlichen Zusammenstößen auf der Bundesstraße 17 im Augsburger Süden, wo derzeit gebaut wird und wo jetzt die Warnungen erhöht und die Vorschriften verschärft wurden?
Montag, 13. September, 16 Uhr: Auf Höhe Graben hatte sich ein Stau an der Baustelle der B 17 gebildet. Plötzlich kracht der 42-jährige Fahrer eines Lastwagens auf das letzte stehende Auto und schiebt dieses unter den wiederum davor stehenden Lkw. Die Fahrzeuge verkeilen sich, landen in der Böschung. Für eine 58-jährige Frau, die Fahrerin des Pkw, kommt jede Hilfe tu spät – sie stirbt in dem zusammengepressten Auto.
Dienstag, 21. September, 14.40 Uhr: Auf Höhe Kleinaitingen hatte sich ein rund 200 Meter langer Rückstau gebildet. Plötzlich kracht der 31-jährige Fahrer eines Lastwagens auf den stehenden VW Touran und schiebt diesen gegen den wiederum davor stehenden Audi eines 35-Jährigen. Der Touran wird erheblich beschädigt, der 80-jährige Fahrer stirbt noch an der Unfallstelle, während die gleichaltrige Beifahrerin schwer verletzt wird.
Zufall? Nach Mitteilung von Polizei-Pressesprecher Siegfried Hartmann ist eine besondere Problematik speziell in diesem Bereich nicht erkennbar, da der gesamte Streckenabschnitt übersichtlich, also ohne Sichtbeeinträchtigung, ist. Zuständige Baubehörde für die B 17 sei das Staatliche Bauamt, das unter Einbindung der Polizei und anderen Stellen wie der örtlichen Straßenmeisterei und der Verkehrssicherungsfirma die Baustelleneinrichtung unter Maßgabe der geltenden Richtlinien betreibt. Die Polizei habe, wie so oft bei derartigen Maßnahmen, „beratenden Status“.
Sollte sich, so Hartmann, herausstellen, dass die Baustelle über die zu erwarteten Behinderungen und Staus hinaus zu anderweitigen Gefahrenquellen führen kann, bestehe selbstredend die Möglichkeit, entsprechend darauf zu reagieren, wie hier auch geschehen. Nach den beiden Verkehrsunfällen habe sich die Unfallkommission, bestehend aus Vertretern des Bauamtes, der Polizei und Straßenmeisterei, auf weitere Konsequenzen verständigt.
Ein großes Ziel sei es, die Arbeiten zusätzlich zu beschleunigen. Planmäßig soll der Verkehr erst wieder Ende Oktober ungestört laufen können. Schon nach dem ersten tödlichen Unfall habe man zusätzlich Stauwarnschilder mit Blinklichtern aufgestellt. Nach dem zweiten schweren Unfall wurden an die Stauwarnschilder mit den Blinklichtern größere Schilder mit gelbem Hintergrund angebracht, damit diese besser erkannt werden. Zwei Anhänger mit großen LED-Tafeln wurden ergänzend an den B-17-Anschlussstellen Klosterlechfeld und Lagerlechfeld geparkt.
Augenfälligste Neuerung: Die Geschwindigkeit im besagten Bereich wurde von zunächst 80 auf nunmehr 60 Stundenkilometer reduziert. Seitens der Polizei wurde angekündigt, diese Tempo-Beschränkung zu überwachen.
Grundsätzlich gelten die allgemeinen Verhaltenstipps im Straßenverkehr wie erhöhte Aufmerksamkeit, immer bremsbereit, Abstand halten, geänderte Verkehrsführung beachten, Tempo rechtzeitig reduzieren, Rettungsgasse freihalten. Damit sei es laut Hartmann möglich, derartige Unfälle zu vermeiden, wobei es immer zu individuellem Fehlverhalten einzelner Verkehrsteilnehmer kommen kann, die dann leider zu schweren oder gar tödlichen Verkehrsunfällen führen können.

 

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