Der 22. Spieltag stand für Finn Dahmen vom FC Augsburg unter ganz besonderen Vorzeichen. Zum ersten Mal seit seinem Wechsel kehrte er beim Aufeinandertreffen mit Mainz 05 zurück an seine alte Wirkungsstätte. Dabei hatte er einen klaren Auftrag. Sein erstes Spiel ohne Gegentor in der Bundesliga im 35. Anlauf. Sollte dies nicht gelingen, wäre das ein unliebsamer geteilter Bundesligarekord.

Doch Gegentore verhindern, das kann der Torwart schließlich nicht alleine, also stellte Jess Thorup Dahmen bis auf eine Änderung dieselben Vorderleute wie aus der Vorwoche gegen Leipzig zur Verfügung. Einzig Arne Engels rückte für den angeschlagenen Fredrik Jensen (nicht im Kader) in die Startelf. Bei den Mainzern hingegen stellte der neue Trainer Bo Henriksen, der übrigens mit Thorup befreundet ist, in seinem ersten Spiel in der Bundesliga gleich auf fünf Positionen um.

Erste Hälfte: Zäher Anfang und Finn Dahmen im Fokus

Mit viel Elan sollten die Nullfünfer nach dem Trainerwechsel auftreten. Die Bemühungen zeigten sich vom Start weg griffig und liefen die Gäste an deren Sechzehner an. Ähnlich aggressiv versuchte es gleichzeitig die Augsburger, sodass in den ersten Minuten kaum Spielfluss aufkam. Die erste gute Chance gehörte in der 14. Minute dem FCA, Ermedin Demirovic umkurvte gleich mehrere Abwehrspieler, sein Abschluss aus zentraler Position stellte Robin Zentner jedoch vor keine größeren Probleme. Auf der anderen Seite forderten die Hausherren einen Handelfmeter, doch der VAR entschied zu Recht dagegen, Jeffrey Gouweleeuw bekam den Ball zwar leicht an den Arm, eine unnatürliche Körperhaltung lag indes nicht vor (18.).

In der Folge hatte Mainz zwar deutlich mehr vom Spiel, gute Chancen blieben aber weiter Mangelware, bis zur 38. Minute. Nach einer FCA-Ecke spielte Main den Konter gut aus, Brajan Gruda legte am Strafraum quer auf Jae-Sung Lee. Der Südkoreaner ließ die 100-prozentige Chance aber liegen und traf mit seinem Abschluss nur die Querlatte, Kevin Mbabu störte wohl noch leicht, aber entscheidend. Kurz darauf die erste große Chance für die Gäste. Nach einer Flanke von Iago köpfte Ruben Vargas mit dem Rücken zum Tor auf selbiges, Zentner parierte jedoch sehenswert (42.). Die Partie nahm nun deutlich an Fahrt auf und so bekam das Mainzer Publikum noch vor der Pause den ersten Treffer zu sehen. Ein Freistoß von Nadiem Amiri landete direkt auf dem Kopf des heranrauschenden Sepp van den Berg, der keine Mühe hatte den Ball im Tor unterzubringen, da Dahmen aus seinem Kasten heraus geeilt war, aber nicht an den Ball kam. Ein klarer Fehler des Augsburger Schlussmanns und das 1:0 für die Gastgeber in der 44. Minute. Der nächste sollte nicht lange auf sich warten, denn Finn Dahmen brachte noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte Phillipp Mwene im eigenen Strafraum zu Fall, nach kurzem Studium des Videobeweis war klar: Elfmeter für Mainz 05. Nadiem Amiri nahm sich der Sache an, beförderte zum Unmut der Heim-Fans die Kugel aber an den linken Pfosten. Von dort sprang der Ball wieder ins Feld und der FCA ging nur mit einem 0:1 in die Pause.

Nach der Halbzeit ist vor der Unterbrechung – Ultras legen Spiel für mehr als 15 Minuten lahm

Zur Pause reagierte Jess Thorup auf den Rückstand und brachte Pep Biel für den blassen Phillip Tietz in die Partie. Die Phase nach der Halbzeit, normalerweise die beste der Augsburger blieb zunächst allerdings voll in Mainzer Hand, ehe die bekannten Tennisbälle der Ultras in der 51. Minute für eine längere Spielverzögerung sorgten. Schiedsrichter Tobias Reichel sah sich nach mehreren Minuten sogar gezwungen, die Spieler zurück in die Kabinen zu schicken. Nach mehr als 15 Minuten Pause insgesamt konnte das Spiel endlich fortgesetzt werden, dieses Mal kamen die Gäste besser aus der Zwangspause und hatten direkt die gute Chance auf den Ausgleichstreffer. Kevin Mbabu bekam im gegnerischen Strafraum viel zu viel Platz und flankte auf Iago, doch Mwene kam mit der Hand an den Ball und mit vereinten Kräften beförderten die Mainzer den Ball aus der Gefahrenzone. Warum sich der VAR bei dieser Szene im Nachhinein nicht meldete, blieb rätselhaft. Danach übernahmen die Gastgeber wieder vermehrt die Kontrolle und drückten den FCA teils tief in die eigene Hälfte. Wirklich gefährlich wurde es auf beiden Seiten des Feldes allerdings nichts. Thorup reagierte in der 74. Minute erneut, brachte Mads Pedersen und Robert Gumny für Mbabu und Rexhbecaj ins Spiel. Doch auf eine Chance im zweiten Durchgang warteten die mitgereisten FCA-Fans weiterhin. Den ersten Abschluss hatte Ruben Vargas in der 95. Minute, dieser rauschte jedoch weit übers Tor. Zwar wagten die Gäste in den insgesamt angezeigten 12 Minuten Nachspielzeit noch weitere zaghafte Versuche, doch richtig gefährlich wurde es nicht mehr. Kurz vor Schuss setzte Mads Pedersen mit einem rüden Foulspiel plus anschließende Rudelbildung noch ein Ausrufezeichen der ekligeren Art und wurde völlig zu Recht mit glatt Rot vom Feld geschickt. Eine unschöne Szene.

So präsentierte sich der FC Augsburg mal wieder als idealer Aufbaugegner für strauchelnde Teams und bescherte Bo Eriksen ein standesgemäßes Heimdebüt. Vor allem verantwortlich Finn Dahmen mit gleich zwei eklatanten Fehlern vor der Pause, die ihm den Rekord als Torhüter mit den meisten Spielen am Stück ohne Gegentor bescheren, sowie die mehr als harmlose Offensive. In der kommenden Woche empfängt der FCA am Sonntagnachmittag (17:30 Uhr) den SC Freiburg.

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