Lange war darüber spekuliert worden, dass die mangelnde Kommunikation beim FCA über eine Vertragsverlängerung von Markus Weinzierl und damit dessen Rücktritt zumindest mit auf das Konto von Stefan Reuter ging. Nach dessen jüngsten Aussagen in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen ergibt sich ein anderes Bild.

Dort äußert sich der Geschäftsführer Sport des FCA nämlich wie folgt: „Seit Januar habe ich Klaus Hofmann immer wieder angesprochen, dass der Trainervertrag ausläuft. Doch ihm war wichtig, dass wir dies nach der Saison machen. Klaus Hofmann hatte als Präsident das Recht zu sagen, dass wir nach der Saison sprechen, dann sprechen wir nach der Saison.“ Diese Entscheidung nach der Saison, die Weichen für die kommende zu stellen, sei auch mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre im Hinterkopf gefällt worden, in denen es nach Erreichen des Klassenerhalts immer einen kleinen Spannungsabfall gab, so Reuter weiter. Diese Vorgehensweise soll auch Weinzierl mitgeteilt worden und somit bekannt gewesen sein. In einem langen Gespräch zwischen Trainer und Manager auf der Saisonabschlussfeier wähnte sich Weinzierl Reuter zufolge als „einziger Verlierer“, obwohl medial schnell ein anderes Bild gezeichnet wurde. Nun scheint es so, als hätte Weinzierl nach Hofmanns Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen ohne Absprache die Reißleine gezogen, da eine Aufarbeitung nun ohne den ehemaligen Präsidenten als seinen vermeintlichen Fürsprecher abgelaufen wäre.

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In jedem Fall werfen Stefan Reuters Aussagen neue Fragen auf, die weiterer Klärung bedürfen. Dass man aus den Verfehlungen der vergangenen Monate aber auch gelernt hat, zeigt die offizielle Erklärung zum Abschied der verdienten Spieler Alfred Finnbogason sowie Jan Moravek. Beide trugen über viele Jahre das FCA-Trikot, kamen in der jüngeren Vergangenheit aber aufgrund zahlreicher Verletzungen nur selten an ihre Leistungsgrenze. Somit folgerichtig entschied der neue Trainer Enrico Maaßen, ihre Verträge diesen Sommer auslaufen zu lassen und dafür eher jüngere Spieler mehr in die Verantwortung zu nehmen. Für Finnbogason als auch Moravek soll jedoch zeitnah eine offizielle Verabschiedung erfolgen, eine Ehre, die FCA-Rekordspieler Daniel Baier zum Beispiel bislang verwehrt blieb, mit diesem neuen Ansatz jedoch bald nachgeholt werden könnte.

Ebenfalls den Verein verlassen die Co-Trainer Rainer Maurer und Tobias Zellner, deren Verträge ebenfalls zum Ende des Monats auslaufen. Da Maaßen mit Sebastian Block seinen Co-Trainer aus Dortmund mitbringt und sonst niemand den FCA verlässt, steht das Trainerteam für die kommende Saison bereits fest. Ganz anders der Kader, an dem es nach wie vor noch ein paar Stellschrauben zu drehen gibt. Zunächst sollen in der Vorbereitung jedoch alle eine frische Chance erhalten, auch die zurückgekehrten Leihspieler, wie Maurice Malone oder Felix Götze. Nur Tim Civeja, der es in der abgelaufenen Saison nie in den Kader schaffte, möchte laut Reuter den Verein im Sommer entweder auf Leihbasis oder mittels eines Transfers verlassen. Verstärkungen auf den offensiven wie defensiven Außenbahnen dürften jedoch weiter ein Thema bleiben, die Maaßen mehr Flexibilität in seiner Herangehensweise bringen würden.
Die spielerische Flexibilität dürfte ebenfalls einer der Schlüssel sein, einen der schwierigsten Spielpläne seit Jahren angemessen zu bewältigen. Mit Aufsteigern, wie Schalke und Bremen wirkt die Leistungsdichte in der 1. Bundesliga so groß, wie lange nicht. Und das Auftaktprogramm mit Freiburg (H), Leverkusen (A), Mainz (H) und Hoffenheim (A) birgt mehr Risiken als Chancen.

FCA: Ticketpreise bleiben gleich

Gute Nachrichten für FCA-Fans gibt es hingegen, was die Ticketpreise anbelangt. Dauerkarten gehen wieder in den Verkauf, von inflationsbedingten Preiserhöhungen sieht der Verein jedoch ab und auch ermäßigte Tagestickets gehen wieder in den Verkauf. Inhaber von Dauerkarten, die diese während der Pandemie nicht gekündigt hatten, behalten weiter ihren Stammplatz, da das Dauerkartenabo ganz einfach reaktiviert wird. Mitglieder erhalten zudem wie gewohnt ein Vorverkaufsrecht sowie Rabatte auf Dauerkarten. „Wir wollen unseren treuen Fans etwas zurückgeben und haben uns daher entschlossen, die Ticketpreise trotz einer Inflation von mittlerweile rund sieben Prozent erneut nicht anzuheben“, so Michael Ströll, der kaufmännische Geschäftsführer in einer offiziellen Mitteilung des FCA.

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