Barkeeper Daniel Frisch

Vervierfachung der Kosten in einigen Bereichen der City – Was Autofahrer und der Einzelhandel sagen

Wer sich die letzten Wochen in der Innenstadt und auf der Maximilianstraße umgesehen hat, wird einen zuvor seltenen Anblick erlebt haben: zahlreiche Parklücken.

Seit Anfang Juli hat der Stadtrat die Parkgebühren der Innenstadt-Parkzonen in einigen Bereichen von 60 Cent auf 2,60 Euro erhöht – das ist mehr als eine Vervierfachung des Preises! Dies führt nun sichtlich dazu, dass die Innenstadt-Besucher das Parken in der City meiden. Neben dem Ärger über zahlreiche Baustellen sind Autofahrer nun zusätzlich durch diese massive Preissteigerung betroffen. Wie finden die AugsBürger das?

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„Wie finde ich das? Scheiße natürlich!“, sagt uns eine junge Augsburgerin, die anonym bleiben will, nach dem Ziehen ihres Parktickets. Die Freude über die Entscheidung hält sich auch bei Einzelhändler Ulrich Mayer in Grenzen. Der Chef der bekannten Innenstadt-Adresse „No.7“ befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rathausplatzes und verspürt bereits die Auswirkungen der Preiserhöhung. „Einige Stammgäste von außerhalb kommen jetzt nicht mehr, sondern bestellen eher. Positives Feedback dazu gab es bisher jedenfalls nicht“, so Mayer. Ähnlich wird es auch vielen anderen Läden rund um die Maximilianstraße gehen. Mayers Fazit fällt eindeutig aus: „Das war eine sehr kurzfristig gedachte Entscheidung“.

„Ich erwarte nicht, dass die Erhöhung eine massive Auswirkung auf die Besucher-Frequenz in der Innenstadt hat“, so Einzelhandelsverband-Chef Andreas Gärtner. Dennoch sei die Maßnahme in Hinsicht auf Inflation und Rahmenbedingungen wie Ukraine-Krieg, Corona und Co. zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt erfolgt: „Das war und ist das vollkommen falsche Signal“. Hohe Parkgebühren und eine belebte Innenstadt würden sich nicht grundsätzlich ausschließen, dann müsste aber auch die Attraktivität stimmen. Gärtner hofft, dass die Stadt die „massiven Mehreinnahmen“ durch die Erhöhung jetzt auch in die Steigerung dieser Attraktivität investiert.

Die „Semmeltaste“, welche für 30 Minuten gebührenfreies Parken ermöglichte, wurde ebenfalls abgeschafft. „Es ist schon sehr doof, gerade der Verlust der Semmeltaste ist ärgerlich“, meint Nina Dentler (Name geändert). Die Stimmen zu den Änderungen sind jedoch nicht ausschließlich negativ. Es zeigt sich ebenfalls Verständnis für die Situation der Stadt. Eine ältere Dame äußert sich gegenüber unseren Reportern folgendermaßen: „Für mich ist das ein nötiges Übel. Man zahlt zwar ungern, aber wenn das die Innenstadt entlastet, ist es für mich ok.“

Ähnlicher Meinung ist auch Daniel Frisch, welcher als Barkeeper auf der Maxstraße tätig ist. Er meint: „Die Parkpreise sind für mich okay, aber man kann halt immer nur eineinhalb Stunden parken. Nachdem ich hier einen Nebenjob habe und da nicht ständig wegkann, um ein neues Ticket zu ziehen, ist das echt ein Problem.“ dc/ahö/mk

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