Sandro Wagner äußert sich erstmals seit seiner Entlassung beim FC Augsburg öffentlich. Foto: Krieger
Sandro Wagner äußert sich erstmals seit seiner Entlassung beim FC Augsburg öffentlich. Foto: Krieger

Monatelang war es ruhig um Sandro Wagner. Nach seinem schnellen Ende als Cheftrainer des FC Augsburg im vergangenen Dezember hat sich der 38-Jährige nun erstmals ausführlich zu Wort gemeldet. In einem Interview zieht er eine ehrliche Bilanz seiner 153 Tage in der Fuggerstadt – und gibt Einblicke in seine Zukunftsplanung.

Dass die Zusammenarbeit zwischen dem FC Augsburg und Sandro Wagner nach nur 14 Pflichtspielen bereits am 1. Dezember endete, war für viele Fans eine Enttäuschung – und auch der Trainer selbst hätte sich einen anderen Ausgang gewünscht. Im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ blickt der 38-Jährige nun erstmals öffentlich auf sein Engagement zurück. Er habe die Zeit in Augsburg „gerne schöner beendet“, betonte Wagner, verbuche die kurze Amtszeit mit lediglich vier Siegen aber dennoch als wichtigen Erfahrungswert für seine weitere Laufbahn. Die finale Trennung sei ein gemeinsamer Entschluss gewesen, der ihn in seiner Entwicklung jedoch nicht aus der Bahn werfe.

Radikaler Schnitt für mehr Fokus

Um die unruhigen Wochen nach dem Aus zu verarbeiten, griff der Ex-Coach zu einer simplen, aber effektiven Maßnahme: Er wechselte seine Handynummer. Ein Schritt, der laut Wagner längst überfällig gewesen sei, da gefühlt „ganz Fußball-Deutschland“ ihn direkt erreichen konnte. Nach der intensiven Zeit beim FCA brauchte er Ruhe und die Möglichkeit, Einflüsse von außen gezielt zu steuern. Die Auszeit nutzte er, um in sich zu gehen und sich sowohl menschlich als auch als Trainer weiterzuentwickeln – ein Luxus, für den im rasanten Bundesliga-Alltag zuvor keine Zeit geblieben war.

Selbstkritik: Hat die Person den Verein überstrahlt?

Auffällig reflektiert zeigt sich Wagner beim Blick auf sein eigenes Image. Während seiner Zeit in Augsburg entstand mitunter der Eindruck, die prominente Personalie auf der Trainerbank würde den Klub überstrahlen. Der 38-Jährige räumt ein, dass die spezielle Konstellation beim FCA dieses Bild begünstigt haben könnte. Für seine zukünftige Karriere zieht er daraus eine klare Lehre: Künftig wolle er im Vorfeld noch genauer analysieren, ob er als Trainer und als Charakter überhaupt in das jeweilige Umfeld passe. Voraussetzung sei ein Verein, bei dem alle Beteiligten echte Lust auf Veränderungen mitbringen.

Keine Eile bei der Vereinssuche

Wer nun glaubt, Sandro Wagner stünde bereits in den Startlöchern für den nächsten Posten, irrt. Auf eine rasche Rückkehr ins Rampenlicht drängt er nicht. Zwar hätte er nach eigener Aussage bereits wieder eine neue Stelle antreten können, doch ein Anbiedern an künftige Arbeitgeber komme für ihn nicht infrage. Aktuell genieße er es vielmehr, den Markt in Ruhe zu sondieren, Feedback einzuholen und Gespräche zu führen. Seine pragmatische Devise für die Zukunft lautet: „Wenn was passt, lege ich los, und wenn nicht, dann nicht.“

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