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Sonntag, 21. Juni 2026

Lifestyle-Achse Augsburg-Mailand

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Es mutet an, als habe der liebe Gott über die Innenstadt von Mailand zahlreiche Eimer mit knallbunten Farben, unterschiedlichste Objekte kreativen Designs und viele inspirierend verrückte Menschen ausgeschüttet: „Salone del Mobile“ heißt diese besondere Zeit, in der sich Milano komplett im Strudel internationaler Marken, Macher und magischer Momente befindet. Kaum ein Wort passt zu diesem Lebensgefühl schlechter als die deutsche Übersetzung „Möbelmesse“, denn mit der Vorstellung einer schnöden Messe in Mailand hat das Ganze gefühlt wenig bis gar nichts zu tun.

Stimmt natürlich auch nicht ganz. Ende April fand auf dem Messegelände nordwestlich des Mailänder Stadtzentrums sehr wohl die weltweit führende Möbel- und Designmesse statt – zum 64. Mal mit allem, was Rang und Namen hat in der Branche. Doch was Stimmung und Wow-Momente angeht, zeigt sich der kreative Geist in allererster Linie in all den Gassen und Straßen im Herzen der norditalienischen Metropole. Über 200 verschiedene Attraktionen boten sich den Besuchern allein im „Design District“, dem Stadtteil Brera – in unzähligen zauberhaft gestylten Geschäften, pittoresken Innenhöfen und atemberaubenden Showrooms jeder Couleur.

Axel Meise (li.) berät im „Occhio“-Showroom.

Mailand: Möbel-Macher aus Augsburg Nicole und Peter Wagner

Auch Möbel-Macher aus der Heimat wie Nicole und Peter Wagner waren Teil des Spektakels. Mit ihrem Team waren sie gleich an drei Standorten beim „Salone“ vertreten: auf der Messe selbst, zusammen mit einem Teppich-Label in einem schicken Gewölbekeller – und im dritten Stock einer versteckt gelegenen Stadtvilla. Ein Standort, den man erstmal finden muss. „Unser Konzept in Mailand lebt nicht von der Laufkundschaft,“ erklärt Peter Wagner in seinem Showroom, der eigentlich italienische Homebase eines Sylter Mode-Labels ist. „Wir sind hochzufrieden, hatten tolle Kontakte und nehmen auch ganz viel positiven Spirit mit nach Hause“, so der Unternehmer aus Langenneufnach, der mit seiner Frau Nicole auch einige Freunde aus der Heimat begrüßen durfte.

Zum Beispiel Ulla Wiest und ihr Mann Rainer Drasch, selbst Architekt, aus Steppach nutzten die Nähe Mailands zu ihrem Urlaubsdomizil am Gardasee für einen Tages-Ausflug nach Mailand zum Salone. „Mit dem Zug ist das gar kein Problem“, berichten die beiden beim gemeinsamen japanischen Bier „Akarui“, das Wagners anlässlich des 80. Geburtstags ihres Kult-Testimonials, der Münchner Bar-Legende Charles Schumann bei der Augsburger Thorbräu Brauerei in Auftrag gegeben hatten. „Unseren Mailänder Gästen hat das japanische Helle gut geschmeckt“, lacht Peter Wagner, der nach einer Auszeit von Mailand froh war, wieder dabei gewesen zu sein.

Mit dem „Krakenhaus“ sorgte die Marke Moncler für Aufsehen – Kreativität prägt das gesamte Stadtbild.

Der Salone del Mobile gilt auch als zentraler Treffpunkt für Designer, Architekten und Branchenexperten. So trafen sich in diesem Jahr wieder zwei Augsburger Fachfrauen in Mailand: Architektin Elén Tentschew und Innenarchitektin Evi Märkl-stetter. Aufgrund Evis Wahlheimat Wien kommt so ein Italien-Event dann mal ganz gelegen, um sich wieder zu sehen und auszutauschen – und natürlich Kollegen zu treffen, wie Erik Johansen von der schwedischen Agentur Stylt Trampoli oder Erich Bernard vom renommierten Wiener Architekturbüro BWM aus Österreich.

Die Augsburger Innenarchitektin Evi Märklstetter traf viele Kollegen in Mailand.

Augsburg-Mailand: Alissa Ferrari, Gastronomen-Tochter aus Friedberg

Ein Münchner im Mailänder Design-Himmel, der niemals fehlen darf, ist Axel Meise. Der Gründer und Chef des Lampen-Labels „Occhio“ setzt seit 1999 mit seiner Firma auf „ein ganzheitliches System, das Menschen zu Gestaltern ihres eigenen Lebensraums“ macht. Neben Design und Lichtqualität erstrahlt Occhio im Mailänder Showroom vor allem durch intuitive Bedienung: Wie von Zauberhand lassen sich die Lichtquellen dimmen, verändern, ein- und ausschalten. Auch wenn sie, wie viele innovative Exponate beim „Salone“, erst in einigen Monaten in den Handel kommen werden.

In Milano spielt die Mode freilich auch während der Möbelmesse eine Rolle. Bottega zeigt Leder-Flechtkunst-Objekte, Moncler lässt einen Oktopus durchs Gebäude schlängeln und Missoni demonstriert im Show-Atelier die komplexe Produktion eines typischen Signature-Musterstoffes.

Nach soviel fantastischen Eindrücken in den Straßen des Design-Districts ruft irgendwann dringend der Aperitivo. Und wie könnte es anders sein? Auf der Suche nach einer richtig hippen Bar „stolpert“ man in Mailand auch wieder über Augsburg. Alissa Ferrari, Gastronomen-Tochter, deren Mama Ingrid Ferrari nach wie vor im gleichnamigen Ristorante in Friedberg aktiv ist, betreibt eine In-Location namens „A.FERRARI“ – eine kleine feine Bar mit äußerst stylischem Publikum. Für sie, früher selbst in der alten Heimat gastronomisch aktiv, hat sich damit ein Lebenstraum erfüllt. Mit Ehemann und Sohn genießt sie Leben und Arbeit in Mailand – nicht ohne gelegentlich auch auf ihre alte Heimat Augsburg anzustoßen.

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