In dem sanften Hügelland, das den südlichen Teil des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder bildet, herrschte 1985 ungewohnt reges Treiben. Eine Filmcrew um Produzent Uwe Franke, Kameramann Jakob Eger und Regisseur Werner Possardt (†) wagte ein filmisches Abenteuer: Mit der bayerischen Science-Fiction-Komödie „Xaver“ schuf das Trio eine wahnwitzige Geschichte um den skurrilen Sonderling Xaver (Rupert Seidl) und seinen Freund Loisl (Carlos Pavlidis †), einen im bayerischen Hinterland gestrandeten Außerirdischen.
Dreh- und Angelpunkt der Filmaufnahmen war damals der Gasthof zum Adler in Mittelneufnach. Wirt Hermann Zott verköstigte seinerzeit nicht nur Crew und Schauspieler, die mehrere Wochen hier wohnten, sondern war auch so etwas wie ein Location-Manager. Der Hauptdarsteller wollte ein Doppelbett – kein Problem. Eine bestimmte Requisite fehlte – auch da schuf der damals 35-Jährige schnell Abhilfe. „Als der Film 1986 ins Kino kam, konnte ja niemand ahnen, dass daraus so ein Kult entstehen würde“, lacht der sympathische Gastronom, der den Adler inzwischen an Sohn Frank übergeben hat. Gerne erinnert er sich nicht nur an die quirlige Zeit der Dreharbeiten, sondern auch an Fans, die noch Jahrzehnte später aus ganz Deutschland zu Gast waren, um auf den Spuren der Protagonisten zu wandeln.
Im Jahr 2005: 20 Jahre nach den Dreharbeiten traf AJ-Redakteur Andreas Bouloubassis, der im Film mitspielte, auf Fans – und es gab ein Wiedersehen mit Hauptdarstellerin Gabi Fischer.
„Xaver“: Involviert waren ja Hunderte Stauden-Bewohner
Involviert waren – vor allem in den Bierzelt-Szenen – ja Hunderte Stauden-Bewohner. Thomas Veit etwa, damals sech Jahre alt, war mit seinem Vater auf dem Feuerwehrfest; dort sind sie im Bierzelt von den Filmleuten angesprochen worden, die einen kleinen Jungen mit schwarzem Haaren – passend zum Filmvater – als Statisten gesucht haben. Von dort ging es direkt ans Set. „Auch wenn‘s damals nur eine deftige Brotzeit als Gage gab, war das ein aufregendes Erlebnis, das bis heute in Erinnerung geblieben ist“, so der Inhaber einer Fahrzeugtechnik- & Karosserie-Werkstatt in Langenneufnach heute.
Neben vielen Erinnerungen an das „Hollywood-Flair“ in den Stauden ist vor allem eines geblieben: eine wunderschöne Landschaft und malerische Drehorte wie die Kirche von Haselbach. Die Schönheit von Natur und ländlicher Dorfidylle fing damals Kameramann Jakob Eger für den Kultfilm in beeindruckenden Bildern ein. Er führte danach den Neugablonzer Kultclub „Melodrom“, der im April diesen Jahres ebenfalls seinen 40. Geburtstag feierte.
Eine Schauspielrolle als Mitglied der jungen Dorfgang spielte übrigens auch Augsburg Journal Redakteur Andreas Bouloubassis. „20 Jahre nach den Dreharbeiten gab es ein Fantreffen in Mittelneufnach – mit Bussen, die bis aus dem Schwarzwald kamen – und an die tausend Fans im Bierzelt – unfassbar!“
Brigitta und Hermann Zott heute: Sie bewirteten damals die Filmcrew im Gasthof zum Adler in Mittelneufnach.
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