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Donnerstag, 11. Juni 2026

Die Augsburger & ihre Familie Mozart

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Die Augsburger und vor allem Touristen lieben „ihre“ Familie Mozart, ein entsprechendes Angebot ist da: Touristisch gibt es nach Auskunft der Regio Augsburg Tourismus Führungsangebote für Gruppen, zum Beispiel „Mozarts erste Liebe – das ‚Augsburger Bäsle‘“ oder „Leopold Mozart, ein Mann von vielen Witz und Klugheit“, das Mozarthaus, Reiseführer zur Mozartstadt Augsburg, Flyer und einen Radweg, die App sowie Inhalte online und auf Social Media. Dazu komme das Mozartfest.

Bei den Tourismus-Apps der Regio Augsburg Tourismus rangiert die App (3.615 Downloads in fünfeinhalb Jahren) „Mozart in Augsburg“, in der das „Bäsle“ virtuell durch die Stadt führt, noch zwischen der Brecht-Weg-App (566 Downloads, allerdings ist sie erst 2025 gestartet) und der Römer-App „Augusta Vindelicum“ mit 4.244 Downloads von 2024 bis Aug. 2025, aktuelle Zahlen liegen nicht vor.

Für Augsburg sind vor allem die Familienbande des weltberühmten Komponisten in die Stadt aus touristischer Sicht wichtig: Die Vorfahren von Wolfgang Amadeus Mozart und Leopold Mozart stammen aus dem Landkreis Augsburg. „Die Besonderheit ist in Augsburg, dass der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart, Leopold Mozart, hier geboren wurde und die Entwicklung seines Sohns maßgeblich geprägt hat. Er war nicht nur Entdecker des Wunderkindes, sondern auch für seine schulische und musikalische Ausbildung zuständig. Er organisierte seine Reisen und Kontakte und entwickelte ein Marketing für die Marke Mozart“, schreibt die Regio Augsburg Tourismus auf AJ-Anfrage. „Darüber hinaus spielt die Begegnung von Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner Cousine Maria Anna Thekla eine zentrale Rolle in seiner Entwicklung, da er durch diese Beziehung eine Loslösung von seinem Vater erreichte und die bekannten Bäsle-Briefe eine wichtige Dokumentation darstellen.“

Mozart und Mozartfest in Augsburg

Die Regio Augsburg Tourismus schreibt aber auch: „Trotz der guten Aufbereitung dieses Themas tun wir uns immer noch mit einer nationalen wie internationalen Wahrnehmung von Augsburg als Mozartstadt schwer und es bedarf weiterer großer Anstrengungen, das gut erlebbare Angebot in Augsburg noch stärker zu kommunizieren.“

Der Leiterin des Kulturamts Elke Seidel zufolge seien im Haushalt der Stadt Augsburg für Mozartfest und weitere Mozartstadt-Aktivitäten jährlich 200.000 Euro angesetzt. Hinzu kämen unter anderem Förderungen kommunaler und privater Sponsoren sowie des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Es sei „wie jedes von der Öffentlichen Hand getragene Festival oder Theater“ nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Diese sei wegen förderrechtlichen Vorgaben auch nicht möglich. Das Festival weise seit vielen Jahren eine Auslastungsquote von über 90 Prozent auf.

Ob unter den Gästen auch viele Augsburger sind? Wir haben uns auf der Straße umgehört.

Mozart-UMFRAGE

Wir haben Augsburger gefragt, ob sie wissen, in welchem Zusammenhang Augsburg eine Mozartstadt ist. Um welchen Mozart es dabei geht. Ob sie das jährliche Mozartfest kennen und in welcher Form Mozart ihrer Meinung nach präsenter in unserer Stadt sein sollte.

Sarah Hatton, 40, Sozialpädagogin aus Augsburg

Ich weiß, dass es in Augsburg das schöne Mozarthaus gibt, deswegen gehe ich davon aus, dass er oder seine Familie eine Zeit lang hier gelebt haben. Vom Mozartfest habe ich schon gehört. Es bringt internationale Künstler zusammen und es geht um kulturelle und musikalische Einflüsse. Meiner Meinung nach wissen viele Augsburger zu wenig über die Hintergründe und die Verbindung zwischen Mozart und unserer Stadt. Ich finde, es wird darüber zu wenig berichtet. Vielleicht könnte man ja zum Beispiel eine Stadtführung rund um Mozart und seine Geschichte in Augsburg machen.

Dominik Neidlinger, 46, Zimmerer aus Augsburg

Ich weiß, dass Mozarts Vater aus Augsburg stammt und dass Mozart selbst eher mit Österreich verbunden wird. Vom Mozartfest in Augsburg habe ich noch nichts mitbekommen, finde es aber interessant, dass so etwas jedes Jahr stattfindet. Ich finde, dass in Schulen mehr über Mozart und klassische Musik vermittelt werden sollte, damit Kinder diese Musik besser kennenlernen und sich in die damalige Zeit hineinversetzen können. So bekommen sie ein besseres Gefühl dafür, wie die Menschen früher gelebt haben und welche Bedeutung Musik damals hatte.

Annemarie Schebesch, 70, Rentnerin aus Augsburg

Ich weiß, dass Augsburg Mozartstadt genannt wird, weil Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart, hier geboren wurde. Ich war zwar noch nie bei einem Mozartkonzert, aber ich kann mir vorstellen, dass es sehr schön ist. Vom Mozartfest in Augsburg habe ich auch schon gehört. Dort kommen viele Menschen zusammen und es soll eine Reihe von Veranstaltungen sein. Ich wünsche mir, dass man in Augsburg insgesamt mehr von Mozart mitbekommt. Viele Jugendliche wissen heute nicht mehr so viel über diesen Komponisten. Ich hoffe, dass sich auch die jüngere Generation mehr dafür interessiert.

Lena Schmidt, 21, Erzieherin aus Augsburg

Ich wusste leider überhaupt nicht, in welchem Zusammenhang Augsburg etwas mit Mozart zu tun hat. Ich dachte, es ginge vielleicht um Wolfgang Amadeus Mozart, aber dass sein Vater, Leopold Mozart, hier geboren wurde, wusste ich nicht. Vom Mozartfest in unserer Stadt habe ich ehrlich gesagt auch noch nie etwas mitbekommen. Das klingt aber eigentlich richtig cool, weil ich klassische Musik mag. Ich habe beim Lernen früher oft klassische Musik gehört. Aber ich habe noch nie Werbung fürs Mozartfest gesehen: weder auf Plakaten noch online in den sozialen Medien. Niemand spricht darüber. Für andere Feste in Augsburg wird überall geworben. Jeder kennt zum Beispiel die Sommernächte, aber nicht das Mozartfest. Es wäre gut, wenn man in Augsburg mehr auf die Verbindung zu Mozart aufmerksam machen würde, vielleicht durch ein Denkmal oder schon in der Schule. Ich kann mich nicht erinnern, dort etwas darüber gelernt zu haben.

Gabro Danho, 61, Hausmeister aus Augsburg

Ich weiß, dass die Familie Mozart hier in Augsburg lebte. Später ist sie dann, glaube ich, nach Salzburg und Wien umgezogen. Der Vater, Leopold Mozart, wurde hier geboren. Wolfgang Amadeus Mozart und seine Schwester haben zusammen Musik gemacht und auch Konzerte gegeben. Aber die Schwester stand im Hintergrund, obwohl sie eigentlich ebenfalls sehr talentiert war. Ich weiß auch, dass es hier das Mozartfest gibt. Das wird jedes Jahr in Augsburg mit großen Orchestern und vielen Konzerten gefeiert. Es dauert, glaube ich, ein bis zwei Wochen. Ich wünsche mir für Augsburg eine Statue oder ein Denkmal von Mozart, um die Bedeutung der Familie Mozart für die Stadt sichtbarer zu machen.

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