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Freitag, 05. Juni 2026

Likas „Drama“: Augsburger Bariton Matthias Lika veröffentlicht Debüt-CD

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„Drama“. Ein bewusst stark gewähltes Schlagwort. Auf seiner neuen CD geht es „nicht nur um ein einzelnes Drama, sondern um viele Facetten davon: Liebe, Krieg, Macht, Schicksal, innere Konflikte und letztlich auch Heinrich Heines eigenes Leben“, erzählt der preisgekrönte Augsburger Bariton Matthias Lika über sein Debütalbum mit Pianistin Doriana Tchakarova.

Die Musiker lernten sich an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart kennen. Durch viel Zusammenarbeit ist mit der Zeit eine enge Verbindung und Freundschaft entstanden, die ihnen ein besonders intensives gemeinsames Musizieren ermöglicht. Mit Heines Balladen „Die Grenadiere“ und „Belsatzar“ gewannen Lika und Tchakarova 2024 den ersten Preis beim Bundeswettbewerb Gesang. Diese gefeierten Interpretationen bildeten „ein solides Fundament“ für das CD-Projekt.

Heines „dramatische“ Biografie spielte dabei eine wichtige Rolle: Ausgrenzung als Jude, Konflikte mit Deutschland, Zensur, Exil in Paris, schwere Krankheit und unerfüllte Liebe prägten sein Leben und spiegeln sich in seinen Texten wider. „Was alle Lieder verbindet, ist ihr erzählerischer Charakter: Jedes einzelne eröffnet eine eigene kleine Welt“, sagt der Sänger. Zudem zählt Heine zu den bedeutendsten Lyrikern der Liedkunst und zu den meistvertonten Autoren, und 2026 jährt sich sein Todestag zum 170. Mal.

Wie rentabel ist heutzutage eine CD?

Finanziell rechnet sich eine CD-Produktion nicht mehr, gibt Lika offen zu: „Eine CD ist eher ein Investment.“ Die meisten Menschen hören inzwischen auch klassische Musik über Streaming-Plattformen. Der Bariton glaubt trotzdem an die besondere Wirkung eines physischen Albums, denn „eine CD hat etwas Bleibendes, und ich sehe sie als künstlerische Visitenkarte und als Möglichkeit, mich dauerhaft und unabhängig von einem bestimmten Konzertmoment zu präsentieren“, so Matthias.

Auf die Zukunft der klassischen Musik blickt Lika optimistisch. Trotz aller Diskussionen über Herausforderungen erlebt er immer wieder, wie groß das Interesse an authentischen und intensiven musikalischen Erlebnissen ist. Seiner Meinung nach wird die klassische Musik auch künftig ihren festen Platz behalten.

Wie gefragt der Bariton derzeit ist, zeigt sein dicht gefüllter Konzertkalender. Die nächsten großen Projekte sind Aufnahmen von Joachim Raffs „Dornröschen“, Beethovens 9. Symphonie, Konzerte mit den Regensburger Domspatzen und Haydns „Schöpfung“. Ein besonderer Höhepunkt wartet Anfang 2027: eine internationale Tournee mit Bachs h-Moll-Messe gemeinsam mit dem Collegium Vocale Gent unter Leitung von Philippe Herreweghe, unter anderem in der Philharmonie Paris.

Matthias Lika und Doriana Tchakarova veröffentlichen ihre gemeinsame CD „DRAMA – Geschichten nach Heinrich Heine“.

Gebrüder Lika und die Musik

„Es freut mich wahnsinnig, dass mein Bruder in der Politik so erfolgreich ist“, sagt Matthias stolz über den Stadtrat Benedikt Lika, der es neulich bei der Wahl zum dritten Mal geschafft hat, sich auf der CSU-Liste nach vorne zu arbeiten. „Für meine eigene berufliche Tätigkeit spielt das keine direkte Rolle. Ich weiß aber, dass Benedikt sich stets für die Kultur in Augsburg und darüber hinaus einsetzt und unserer Branche eine starke Stimme gibt“.

Benedikt Lika hat Musikwissenschaft studiert und feierte vor einigen Jahren nach 20 Jahren Pause ein Comeback an der Pauke im Ensemble Naumann. Das war für Matthias, den künstlerischen Berater des Ensembles, ein großartiger Moment. Ein weiterer Bruder, Maximilian Lika, ist einer der Hauptverantwortlichen für das Ensemble Naumann, das den Gebrüdern immer wieder gemeinsame Projekte verschafft. Doch beide Brüder singen in derselben Stimmlage, und Maximilian ist inzwischen als Jurist tätig, daher steht die Musik für Letzteren nicht mehr im Mittelpunkt.

„Für mich ist es etwas sehr Schönes, das Ensemble wachsen zu sehen, dort viele Freunde zu treffen und gemeinsam mit meinen Brüdern Musik zu machen“, heißt es abschließend.

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