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Sonntag, 12. Juli 2026

Agata Norek: Zurück ins Leben

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Vor Kurzem beherrschten sie die Schlagzeilen in Augsburg: Verkehrsunfälle, die für zwei Radfahrer tödlich endeten. Agata Norek überlebte ihren Unfall mit einem Lkw am Theodor-Heuss-Platz im Dezember 2013 zwar, jedoch schwer verletzt. Die Folgen waren gravierend. Nach dem Unfall verbrachte Norek rund sechs Monate in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken, wurde 16 mal operiert. Auf die körperlichen Verletzungen folgten jahrelange psychische Belastungen und eine posttraumatische Belastungsstörung.

Neun Jahre später half ihr ein weiterer sechsmonatiger Aufenthalt in einer Spezialklinik in Davos, wo sie wegen der Folgen behandelt wurde. „Die lebensrettenden medizinischen Maßnahmen waren notwendig und dafür bin ich bis heute dankbar. Gleichzeitig wurden die zahlreichen Operationen, die lange Behandlung und die Erfahrung existenzieller Bedrohung später selbst zu einem Teil der Traumafolgen, die ich aufarbeiten musste.“

Agata Norek lebt in der Schweiz

Heute lebt sie glücklich mit ihrem Mann Dieter sowie ihren Kindern Cyryl (21) und Mia (19) in Luzern in der Schweiz.
„Dass ich heute lebe und an diesem Punkt meines Lebens stehe, ist ein Wunder – aber auch das Ergebnis jahrelanger körperlicher Rehabilitation, therapeutischer Arbeit und eines langen Heilungsprozesses“, sagt die 48-Jährige. Trotz ihres neuen Lebens erinnert Augsburg sie nicht nur an ihren schwersten Schicksalsschlag, sondern auch an viele glückliche Jahre. Hier wurden ihre Kinder geboren, hier leben noch Freunde. Norek lebt ein anderes Leben als vor dem Unfall. Aber sie sagt auch: „Es ist besser geworden – nicht schlechter.“

Happy Familiy: Agata Norek mit ihrem Mann Dieter sowie ihren Kindern Cyryl und Mia.

Die promovierte Künstlerin und Designerin hat das „Agata Norek Institute“ gegründet. Damit will sie einen „Raum für Bildung, Forschung, Kunst und Trauma-Arbeit“ bieten. Mit der Mission, „Menschen im Prozess der Heilung und Entwicklung zu unterstützen, zu verbinden und zu inspirieren – durch kreative und therapeutische Aktivitäten.“ Und sie bildet Menschen mit Patientenkontakt weiter, bringt dafür die Experten zusammen, die ihr in Davos geholfen haben: eine interdisziplinäre Gruppe aus Ärzten, Kreativen und Therapeuten wie der Osteopathin Angelika van de Kraats. „Ich will erzählen, dass man es schaffen kann. Denn ich hätte selbst nie gedacht, dass ich einmal an diesem Punkt sein würde“, sagt Norek.

Die Kunst ist ein großer Teil von ihr

In Kunstprojekten wie den „Schutzschilden“ und der „Typographie der Seele“ will sie auch aktuell anderen Menschen dabei helfen, ihre Traumata aktiv sichtbar zu machen und damit zu verarbeiten. „Man muss weder zeichnen noch malen können – jeder versteht diese Symbolik“, sagt die Künstlerin, die ihre persönlichen Erfahrungen mit Trauma, Heilung und posttraumatischem Wachstum in ihre Arbeit einfließen lässt. Norek leitet zudem eine Online-Gruppe und Austauschplattform für Menschen, die sich mit psychischer Gesundheit, Trauma, persönlicher Entwicklung und Kunst beschäftigen.

Die Kunst ist weiterhin ein großer Teil von ihr: Nach ihrem Augsburg-Besuch möchte sie im Ferienhaus in Frankreich erst einmal zwei Monate malen.

Agata Norek zierte im Oktober 2012 das Cover des Augsburg Journals, als sie mit ihrem modernen Entwurf der Zirbelnuss den Augsburger Medienpreis gewann.

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