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Dienstag, 26. Mai 2026

Augsburgs neuer Zoodirektor Philipp Wagner: Der Tier-Retter ist da!

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Das Foto mit der Schildkröte war Philipp Wagner wichtig. „Ich stehe eher für die unscheinbareren Arten“, sagt der neue Direktor des Augsburger Zoos. Arten, „die gerne übersehen werden“. Schildkröten gehören für den 52-Jährigen dazu. Er hat selbst schon Schildkröten in Kambodscha ausgewildert. Er ist auch Kreuzotter-Fan. Die faszinierenden Schlangen seien im Sinkflug, würden aber durch das behördliche Naturschutzraster fallen.

Seit 1. Mai ist Wagner der Nachfolger von Barbara Jantschke. Zuvor war er im Allwetterzoo Münster als Kurator für Artenschutzprojekte verantwortlich. Als Direktor könne er sich nun „nach vorne stellen und auch vorangehen“. Der studierte Biologe kommt aus der taxonomischen Wissenschaft, beschreibt also Arten und beschäftigt sich seit Jahren mit ihrem Schutz. Vor seiner Zeit im Zoo arbeitete er im Lindenhof des Landesbundes für Vogelschutz in Bayreuth: „Die Jahre beim LBV haben mich auch mit Bayerns Natur sehr stark geprägt“, sagt er.

Philipp Wagner: „Da sieht man, wie wichtig die kontinuierliche Förderung ist“

Zum Tag der Artenvielfalt hatte Wagner erstmals in den Zoo eingeladen. 13 Stände und die Zooschule informierten über Projekte des Zoos und seiner Partner. Wie Zoobegleiter Ottmar Frimmel über ein Riesengürteltier-Projekt in Brasilien. Dort zerstören die Tiere auf der Suche nach Termiten Bienenkästen, weshalb sie von Einheimischen oft getötet werden. Gemeinsam mit den Imkern arbeitet das Projekt an Lösungen. Ein Weibchen durfte der Zoo übrigens benennen. Es heißt Augusta.

Wie wichtig Wagner langfristige Kooperationen sind, zeigt sich am Stand des Plumploris e.V.. Dessen erster Vorsitzender Marcel Stawinoga erklärt: Der Verein kümmert sich um geschmuggelte Plumploris, päppelt die Tiere auf und wildert sie in Bangladesch wieder aus. Der Zoo Augsburg unterstützt das Projekt mit 30.000 Euro jährlich. „Da sieht man, wie wichtig die kontinuierliche Förderung ist“, sagt Wagner. Die kleinen, nachtaktiven Primaten „sind furchtbar niedlich, werden aber eigentlich komplett übersehen.“

Auch heimische Arten liegen ihm am Herzen. Fledermäuse etwa gerieten zunehmend unter Druck, weil Gebäude immer dichter saniert würden. „Artenschutz fängt vor der Tür an“, sagt Wagner.

Im Augsburger Zoo will Wagner vieles weiterführen

Warum braucht es dann überhaupt Zoos? Wagner sagt, der Lebensraum der Tiere habe sich zu massiv verändert, damit die Tiere es allein schaffen, nicht auszusterben. „Den Arterhalt können Zoos natürlich durch Nachzuchten beschleunigen.“ Erfolgreiches Beispiel dafür seien Gänsegeier.

Im Augsburger Zoo will Wagner vieles weiterführen, was seine Vorgängerin Barbara Jantschke angestoßen hat, wie das neue Himalaya-Areal. „Im Moment ist es noch viel zuhören, reden, das System Augsburger Zoo verstehen“, sagt er. „Es ist schon ganz anders als der Münsteraner Zoo.“

Dann will er Akzente setzen: Der Artenschutz soll weitergeführt, aber sichtbarer werden, auch für wenig beachtete Tiere.

Übergangsweise wird Wagner in einen Teil der Dienstwohnung im Zoo einziehen, wo noch Jantschke wohnt, sucht aber langfristig eine Wohnung in der Nähe von Natur und Zoo. Eingelebt hat er sich trotzdem ein Stück weit. „Was ich am positivsten empfinde, sind die ganzen Naturschutzgebiete südlich von Augsburg, also der Stadtwald und die Lechheiden.“ Früher wollte Wagner eigentlich Ornithologe werden. Heute streift er in seiner Freizeit noch immer gerne durch die Natur – als passionierter „Feld-Wald-Wiesen-Biologe“ mit Begeisterung für Vögel – und Kreuzottern.

Lesen Sie auch: Zoodirektorin Barbara Jantschke: 1250 mal winken, 70 mal Servus

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