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Montag, 13. Juli 2026

Stefan Barcsay: Da begannen meine Ohren zu wachsen…

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Gegensteuern gegen die Hektik des Alltags, den Zuhörern die Möglichkeit bieten, innezuhalten und zur Ruhe zu kommen – das möchte der Augsburger Musiker Stefan Barcsay mit seiner neuen CD „Meer der Ruhe“. Sie erschien Anfang des Jahres, alle Stücke des Albums sind zeitgenössisch, teils wurden sie wenige Monate vor den Aufnahmen geschrieben. „Es ging mir um den Transport von Ruhe, Stille, Einkehr und Meditation durch Musik“, sagt der langjährige Gitarrendozent an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach.

Als Kind versuchte sich Stefan im Ballett und am Klavier, da seine Eltern ebenfalls Klavier spielten. Mit zwölf Jahren wünschte er sich aber spontan eine Gitarre zu Weihnachten, und als ein Lehrer ihm Flamenco vorspielte, veränderte sich alles. „Da begannen meine Ohren zu wachsen“, erinnert sich Barcsay. „Ich interessierte mich für Jazz, ging in Pop- und Rockkonzerte und in die ersten klassischen Gitarrenkonzerte. Ich hörte immer wieder live die sogenannten Altmeister Andrés Segovia und Julian Bream.“

Barcsay studierte Gitarre an der damaligen Hochschule der Künste in Berlin, hatte aber nicht das Gefühl, daraus seinen „Lebensweg“ zu machen. „Ich wuchs quasi über die Jahre in den Beruf des Gitarrenlehrers wie des Konzertgitarristen hinein“, sagt er. Eine klassische Solistenkarriere kam für ihn gar nicht in Frage. Mit seinem Repertoire wollte er andere Wege gehen und sich Werke von lebenden Komponisten schreiben lassen. Daraus entstanden mehrere CDs, darunter „Children’s Corner“, „Nacht und Träume“ und auch „Meer der Ruhe“.

Stefan Barcsay: Auf seine Laufbahn möchte der Musiker nicht stolz sein

Auf seine Laufbahn möchte der Musiker nicht stolz sein, er spricht von Glück und von Menschen, die ihn begleitet haben. Rückblickend auf 40 Jahre Erfahrung an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach sagt Barcsay, dass er dort als Dozent viel lernte und sein Wissen an seine Schüler vermittelte. Bis heute pflegt er „regen Kontakt mit seinen Ehemaligen“. Viele von ihnen sind heute Stefans musikalische Weggefährten. Zurzeit tritt er zum Beispiel mit der Allgäuer Sopranistin Monika Staszak, dem Tenor Markus Kimmich aus Isny und auch mit dem Aichacher Organisten Wolfgang Krämer gemeinsam auf. Der Gitarrist übt bis heute täglich mehrere Stunden, organisiert selbst seine Konzerte und arbeitet „hart“ daran, so lange auf der Bühne zu stehen wie sein Vorbild Andrés Segovia, der mit 90 noch konzertierte. Seine Gitarren sind vom Münchner Gitarrenbauer Fritz Ober, und er träumt davon, von dessen Sohn Johannes Ober eine Gitarre zu bekommen.

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