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Durchbruch am Hauptbahnhof

Der Stahl für den Stahlbeton liegt schon: 40 Meter lang, fast 19 Meter breit und bis zu eineinhalb Meter tief ist die Bodenplatte für einen Teil der Tramhaltestelle, die im Tunnel betoniert wird. Foto: swa / Th. Hosemann

Mobilitäts-Drehscheibe Im Zeitplan – Was heuer gebaut wird

Im Sommer wird es ein Licht am Ende des Tunnels geben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn dann erfolgt der Durchbruch im Straßenbahntunnel unter dem Hauptbahnhof. Seit rund sechs Jahren bauen die Stadtwerke Augsburg (swa) von zwei Seiten daran: von der Viktoriastraße im Osten und der Rosenaustraße im Westen.
Derzeit trennen die beiden Tunnelenden noch 20 Meter unter dem Bahnsteig A am Bahnhofsgebäude und den Gleisen 1 und 2. Ab Ende September können dann alle Gleise und Bahnsteige wieder für Reisende und Züge genutzt werden.
Der Tunneldurchbruch ist einer der großen Meilensteine beim Bau der Straßenbahnhaltestelle unter dem Hauptbahnhof. Im Sommer wird der 405 Meter lange Tunnel durchgängig sein. Bis 2023 Passanten und die ersten Straßenbahnen Haltestelle unter dem Hauptbahnhof nutzen können, vergehen aber nochmals rund zweieinhalb Jahre. Tunnelsohle, Bahnsteige, Wände und die Zwischendecke, die sogenannte Verteilerebene, müssen noch betoniert werden.
Teilweise parallel zu den restlichen Betonarbeiten beginnt der Einbau der Gleisanlagen, Aufzüge, Fahrtreppen und der gesamten Gebäude- und Sicherheitstechnik, von Signalen für die Straßenbahnen bis zur Brandmelde- und Entrauchungsanlage.
Um den Tunneldurchbruch im Sommer sicherzustellen, werden derzeit der Bahnsteig C wiederhergestellt und die erste von drei großen Bodenplatten der Tunnelsohle im westlichen Teil des Bauwerkes betoniert. 100 Betonmischer liefern rund 1000 Kubikmeter Beton für die 40 Meter lange, fast 19 Meter breite und bis zu eineinhalb Meter dicke Bodenplatte.
Seit Eröffnung des neuen zusätzlichen Bahnsteigs F Ende 2018 wird der Tunnel von Westen Bahnsteig für Bahnsteig Richtung Bahnhofsgebäude gebaut. Anfang Februar folgt der letzte Abschnitt: Es werden die Gleise 1 und 2 für die Züge gesperrt und die Hälfte des Bahnsteigs B, sowie der Bahnsteig A außer Betrieb genommen.
Bis September wird mit Betonbohrpfählen die Tragkonstruktion der Eisenbahnüberführung der Gleise 1 und 2 erstellt. Auf die Pfähle wird in den weiteren Arbeitsschritten eine Stahlbetonkonstruktion mit Deckenplatte aufbetoniert. Nach Fertigstellung dieser Unterkonstruktion können die Gleise 1 und 2 sowie die Bahnsteige A und B wiederhergestellt und in Betrieb genommen werden. Bereits im Sommer erfolgt der Tunneldurchbruch. Unter dem Bahnhofsgebäude wurde 2020 der Tunnel im Rohbau fertiggestellt. Es war der kniffligste Abschnitt des gesamten Projekts. Schließlich ist es das älteste noch in Betrieb befindliche Bahnhofsgebäude einer deutschen Großstadt und natürlich unter Denkmalschutz.
In einem aufwändigen Verfahren mussten die Wände und die oberen Stockwerke des Gebäudes auf Stahlträgern gesichert und mit einer hydraulischen Anlage inklusive umfangreicher Messeinrichtungen vor Setzungen und Erschütterungen geschützt werden.
Mitte des neuen Jahres rückt dann zusätzlich der Innenausbau des Tunnels in den Fokus. Ab August startet von Westen der Gleisbau. Ab November beginnt zusätzlich der Einbau von Heizung, Klima- und Lüftungsanlagen, Sanitär und Entrauchung, sowie die Arbeiten an der Elektrik und den sicherungstechnischen Anlagen.
Wenn die Tram-Haltestelle unter dem Hauptbahnhof 2023 eröffnet wird, ist ein Großteil des Gesamtprojekts „Mobilitätsdrehscheibe“ fertig. Insgesamt investieren die swa eine halbe Milliarde Euro in den zukunftsfähigen Ausbau des Nahverkehrs. Das größte Einzelprojekt ist der Hauptbahnhof mit rund 230 bis 250 Millionen Euro. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von swa, Deutsche Bahn und Stadt Augsburg. Das Projekt wird mit dem Höchstsatz von 83 Prozent der förderfähigen Kosten von Bund und Land bezuschusst.

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